BVLH zur BTW 2017

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IV. Erweiterte Nährwertkennzeichnung EU-weit einheitlich einführen

Zur Bundestagswahl 2021 fordert der BVLH:

Die neue Bundesregierung muss sich für eine EU-weit einheitliche erweiterte Nährwertkennzeichnung einsetzen. Nationale Alleingänge gefährden den freien Warenverkehr und behindern den Binnenmarkt.
Die neue Bundesregierung muss den Nutri-Score weiterentwickeln und noch besser erklären, um die Verbraucherakzeptanz zu stärken und die Informationstransparenz zu verbessern.
Die neue Bundesregierung muss sich auf EU-Ebene für eine Reform der Health-Claims-Verordnung einsetzen, damit die Erfolge bei der Reduktion von Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten noch besser an Verbraucherinnen und Verbraucher kommuniziert werden können.

Das Ziel der EU-Strategie „Vom Hof auf den Tisch“, eine einheitliche, EU-weit geltende Regelung zur erweiterten Nährwertkennzeichnung zu vereinbaren, begrüßt der Lebensmittelhandel ausdrücklich. Nationale Alleingänge und Konsumnationalismus sind nicht mit dem Binnenmarkt vereinbar, bergen das Risiko der Diskriminierung und sind für grenzüberschreitend agierende Unternehmen nicht praktikabel. Die Bestrebungen der Bundesregierung, auch über die deutsche Ratspräsidentschaft hinaus, eine EU-weit einheitliche Lösung auf freiwilliger Basis voranzutreiben, unterstützt der Lebensmittelhandel.

Der Lebensmittelhandel setzt sich für klare Kennzeichnungsformate ein. Vereinfachte Darstellungsweisen komplexer Sachverhalte müssen stets das übergeordnete Ziel verfolgen, Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage zu versetzen, eine informierte Entscheidung über eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung treffen zu können.

Eine erweiterte Nährwertkennzeichnung muss evidenzbasiert sein und Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage versetzen, informierte Entscheidungen zu treffen.

Mit der entsprechenden nationalen Durchführungsverordnung wurden die Voraussetzungen für eine rechtssichere Verwendung des Nutri-Score in Deutschland geschaffen. Auf dieser Basis haben sich Lebensmittelhandelsunternehmen bereits dazu entschlossen, den Nutri-Score auf Eigenmarken und im Produktumfeld zu verwenden.

Da sich bei der Umsetzung des Nutri-Score Herausforderungen zeigen, begrüßt der Lebensmittelhandel, dass gemeinsam mit anderen Nutzern des Systems an einer wissenschaftlich basierten Optimierung des Algorithmus gearbeitet wird. Verbraucherinnen und Verbraucher werden erst mit der Zeit verinnerlichen, welche Einordnung der Nutri-Score vornimmt. Dies erfordert eine glaubwürdige Kommunikation über das Kennzeichen. Hierfür wünscht sich der Lebensmittelhandel die Fortsetzung der Kommunikationsinitiativen der Bundesregierung.

Eine klare Kennzeichnung reduzierter Inhaltsstoffe und geänderter Rezepturen ermöglicht es Verbraucherinnen und Verbrauchern nachzuvollziehen, wo Reduktionen beispielsweise von Zucker, Salz oder Fett in Fertigprodukten stattgefunden haben. Dabei können Reduktionserfolge leider, aufgrund der Health-Claims-Verordnung, derzeit nur bei vergleichsweise großen Reduktionsschritten auch über entsprechende Kennzeichnung auf der Packung beworben werden und gehen auch nicht immer mit einem verbesserten Nutri-Score einher. Somit sind Reduktionen für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht auf der Packungsvorderseite zu erkennen.