BVLH zur BTW 2017

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V. Lebensmittelhandel im Kampf gegen Nahrungsmittelverluste wirksam unterstützen

Zur Bundestagswahl 2021 fordert der BVLH:

Die neue Bundesregierung muss im Zusammenspiel mit der Europäischen Union, den Bundesländern und Kommunen als Aufgabenträger der Lebensmittelüberwachung rechtliche Hürden für die Weitergabe von Lebensmitteln an karitative Organisationen abbauen. Unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit muss eine möglichst unkomplizierte und unbürokratische Weitergabe von Lebensmitteln gewährleistet sein.
Zur Umsetzung des Nachhaltigen Entwicklungsziels 12.3. der Vereinten Nationen müssen viele Maßnahmen auf allen Stufen der Lebensmittelkette vom Feld bis zum Teller verzahnt werden. Dabei müssen Zielkonflikte erkannt, anerkannt, berücksichtigt und bestenfalls aufgelöst werden. Dieses Ziel kann nur von Lebensmittelwirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam erreicht werden.

Nahrungsmittelverluste zu reduzieren, schont wertvolle Ressourcen und verringert Einkommenseinbußen. Aktuelle Erhebungen im Dialogforum Groß- und Einzelhandel im Rahmen der Strategie der Bundesregierung zur Verringerung von Lebensmittelverschwendung zeigen, dass der Lebensmittelhandel entlang der Wertschöpfungskette die mit Abstand geringsten Verluste hinnehmen muss. Doch das ist kein Grund sich auszuruhen.

Ein zentrales Augenmerk der Handelsunternehmen zur Reduzierung der Lebensmittelverluste liegt auf der stetigen Verbesserung der Warenwirtschaft und der Bedarfsplanung. So können die bereits sehr geringen Verlustquoten weiter minimiert werden.

Der Lebensmittelhandel hat entlang der Wertschöpfungskette die mit Abstand geringsten Verluste.

Für den Lebensmittelhandel ist es Teil seiner unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung, mit gemeinnützigen Organisationen wie den Tafeln zusammenzuarbeiten und ihnen überschüssige, qualitativ einwandfreie Nahrungsmittel zu spenden. Der Handel gehört zu den größten Unterstützern der mehr als 900 lokalen Tafel-Organisationen und anderer karitativer Einrichtungen. Dieses Engagement basiert auf einer freiwilligen, häufig lokal organisierten Zusammenarbeit und währt bereits seit 20 Jahren. Zudem kooperieren viele Händler mit weiteren Akteuren, die Lebensmittel umverteilen oder weitergeben.

Bei der Reduzierung von Lebensmittelverlusten stoßen die Lebensmittelhandelsunternehmen auf Zielkonflikte: Je größer die Vielfalt frischer Produkte, desto herausfordernder die Bedarfsplanung. Je mehr Verpackungen gespart werden, desto größer die Gefahr, dass Lebensmittel verderben, zum Beispiel bei frischem Obst und Gemüse. Lockerungen bei der Datumskennzeichnung dürfen nicht das Niveau der Lebensmittelsicherheit herabsetzen. Solche Zielkonflikte müssen bei der politischen Forderung nach der Eins-zu-eins-Umsetzung des nachhaltigen Entwicklungsziels 12.3 der Vereinten Nationen bedacht werden.

Um Lebensmittelverluste bis 2030 gegenüber 2015 zu halbieren, bedarf es eines konzertierten Vorgehens aller beteiligten und betroffenen gesellschaftlichen Gruppen, auch auf europäischer Ebene. Daher begrüßt es der Lebensmittelhandel, dass die Europäische Kommission das Thema in die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ integriert hat. Um große Schritte beim Erreichen des ambitionierten Vorhabens gehen zu können, müssen Maßnahmen dort ergriffen werden, wo sie einen großen Beitrag leisten können. Außerdem müssen sie wirksam und leicht umsetzbar sein. Dazu bedarf es einer Analyse der gesamten Wertschöpfungskette.