BVLH zur BTW 2017

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VI. Bei Nachhaltigkeitskennzeichnung auf bestehendem Engagement aufsetzen

Zur Bundestagswahl 2021 fordert der BVLH:

Die neue Bundesregierung muss sich bei den europäischen Institutionen für EU-weit harmonisierte Regelungen zur Nachhaltigkeitskennzeichnung einsetzen. Sie müssen kohärent zu anderen Maßnahmen sein, auf fundierten Folgenabschätzungen ruhen und dürfen privatwirtschaftliche Systeme und Standards nicht gefährden.

Die Unternehmen des Lebensmittelhandels sind sich ihrer Verantwortung bewusst, ihren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in den Wertschöpfungsketten zu leisten. Sie nehmen diese Verantwortung bereits seit Jahren aktiv im Rahmen ihrer Möglichkeiten wahr, insbesondere bei ihren Eigenmarken, und engagieren sich auf vielfältige Art und Weise.

Daher begrüßen die Unternehmen ausdrücklich das Engagement von EU-Kommission (z. B. die Strategie „Vom Hof auf dem Tisch“) und Bundesregierung (z. B. BMEL-Leitlinie zu entwaldungsfreien Lieferketten), die Diskussion um weitere Fortschritte in den Systemen und Prozessen zu forcieren.

Private Standards sind wichtige Instrumente für mehr Transparenz in komplexen Lieferketten.

Die Unternehmen engagieren sich für den verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen und den Menschen in ihren Lieferketten. Daher beziehen sie Erzeugnisse und Produkte aus möglichst nachhaltigen Quellen. Um dieses Engagement auch gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern sichtbar zu machen, spielen Siegel und Label, die mit Standards hinterlegt sind, die über gesetzliche Vorgaben deutlich hinausgehen, eine wichtige Rolle. So werden Kundinnen und Kunden darin unterstützt, eine nachhaltigere Wahl beim Einkauf zu treffen.

Was mögliche Regulierung anbelangt, sollte diese – wenn notwendig – harmonisiert auf EU-Ebene erfolgen. Nationale Alleingänge sind im europäischen Binnenmarkt nicht zielführend. In der Ausgestaltung ist die Kohärenz mit anderen Maßnahmen erforderlich. Zu weitgehenden Vorschlägen sind zudem Folgenabschätzungen dringend nötig. Dabei sind die Unternehmen frühzeitig einzubeziehen.

Aus Sicht des Handels leisten private Standards bereits heute einen wichtigen Beitrag und sind ein Mittel, das Unternehmen zur Verfügung steht, um Transparenz innerhalb von komplexen Lieferketten zu schaffen sowie wichtiges Wissen in den Ursprung der Erzeugung zu überführen. Sie müssen positiv berücksichtigt und – sollte ein übergreifender Rahmen angestrebt werden – unbedingt integriert werden.