BVLH zur BTW 2017

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VII. Biologische Vielfalt dauerhaft erhalten

Zur Bundestagswahl 2021 fordert der BVLH:

Die neue Bundesregierung muss bei der Ausgestaltung ihrer Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität auf nationaler und europäischer Ebene unbedingt das vielfältige Engagement des Lebensmittelhandels berücksichtigen und die Branche aktiv einbeziehen. Dabei sollte sie die Erfahrungen des Lebensmittelhandels auf nationaler sowie internationaler Ebene nutzen, insbesondere wenn es um die Festlegung von konkreten Maßnahmen, Definitionen und Erfolgskriterien geht. Der Handel kann dazu wertvolle Impulse und über vielfältige Themenbereiche und Kettenstufen hinweg gemeinsam mit unterschiedlichen Akteursgruppen erprobte Ansätze und Erfahrungen bieten.

Die biologische Vielfalt, häufig auch Biodiversität genannt, umfasst den gesamten Reichtum des Lebens in Bezug auf die genetische Vielfalt, Artenvielfalt und Ökosystemvielfalt auf der Erde. Sie bildet die Grundlage für eine intakte Umwelt. Dabei werden die Tier- und Pflanzenarten einschließlich der Mikroorganismen, die Lebensräume und genetischen Unterschiede innerhalb der Arten betrachtet, welche eng miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig beeinflussen. So sind spezifische Arten auf bestimmte Lebensräume und andere Arten angewiesen. Die genetische Vielfalt bietet eine Anpassungsfähigkeit an veränderte Lebensbedingungen. Die jeweiligen Boden-, Klima- und Wasserverhältnisse bedingen wiederum die Ausgestaltung der unterschiedlichen Lebensräume. Die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen wird durch den Verlust von biologischer Vielfalt beeinträchtigt. Zudem gibt es vielfältige und enge Verknüpfungen und Wechselwirkungen mit weiteren Nachhaltigkeitsdimensionen.

Grundlagen der Ernährungssysteme verantwortungsvoll sichern.

Die Unternehmen sind grundsätzlich davon überzeugt, dass nur funktionsfähige und biologisch vielfältige Ökosysteme die Möglichkeit zur dauerhaften Produktion von Lebensmitteln bieten. Sie bilden die Grundlage für einen zukunftsorientierten Lebensmittelhandel und sind daher hohe Motivation für ambitioniertes Handeln der Branche.

Die Lebensmittelbranche (Handel und Industrie) ist gemeinsam mit der Landwirtschaft wichtiger Akteur und wird in der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 als einer der Wirtschaftssektoren genannt, die am meisten von Biodiversität abhängig sind. Aktuell wird die nationale Biodiversitätsstrategie überarbeitet. Zudem sollen auf der für Ende 2021 geplanten 15. Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD-COP 15) unter anderem neue globale Biodiversitätsziele für die Zeit nach 2020 beschlossen werden.

Seit Jahren engagieren sich die Unternehmen des Lebensmittelhandels für den Erhalt der Biodiversität an ihren Standorten und in ihren Wertschöpfungsketten. Hierzu erstellte der BVLH bereits im Jahr 2019 gemeinsam mit den Unternehmen die Publikation „Biologische Vielfalt erhalten! – Engagement des Lebensmittehandels“. Dabei werden unterschiedliche Handlungsbereiche betrachtet, wie die Erzeugung (Anbau, Produktion, Fang), die Sortimente, die eigene internationale Verantwortung, die Standorte, die Kundinnen und Kunden sowie weitere Stakeholder.

Neben unternehmensindividuellen Aktivitäten gibt es auch übergreifendes Engagement. Beispielhaft hierfür sind die Datenbank „Fischbestände online“ sowie die Multi-Stakeholder-Initiative: „Food for Biodiversity“. Hier engagiert sich – neben einzelnen Handelsunternehmen – auch der BVLH.